US Nachhaltigkeitsbericht

Im Jahr 2003 berichtete der erste National Report on Sustainable Forests über die Lage der Wälder in den Vereinigten Staaten von Amerika (US) und über die Indikatoren nationalen Fortschritts in Bezug auf das Ziel nachhaltiger Waldbewirtschaftung (sustainable forest management, SFM). <media 3075>Ein Entwurf für 2010</media> wurde gegen Ende 2009 veröffentlicht und die endgültige Version kommt später im Jahr 2010 heraus.

Das Ziel der Berichte ist es, den Fortschritt der USA mit international vereinbarten und anerkannten SFM Normen zu vergleichen. Die Berichte bewerten den Fortschritt im Vergleich zu SFM Kriterien und Messgrößen, die vom Montreal Process (MP C&I) unterstützt werden. Die USA ist ein Mitgliedsland des Montreal Process (MP C&I), der insgesamt aus 64 Indikatoren-Gruppen besteht, die in sieben “thematische Kriterien für nachhaltige Waldbewirtschaftung” unterteilt sind:

  • Ausmaß der Forstressourcen
  • Biologische Vielfalt
  • Waldschutz
  • Produktive Funktionen und Forstressourcen
  • Schutzfunktionen der Forstressourcen
  • Sozio-ökonomische Funktionen
  • Rechtliches, politisches und institutionelles Rahmenwerk

Für den Bericht im Jahr 2010 arbeiten viele Menschen in den USA zusammen, darunter mehr als 30 Wissenschaftler des US Forest Service in Zusammenarbeit mit Universitäten, anderen Behörden und Organisationen. Es werden Daten von einer großen Vielfalt an Quellen verwendet, besonders vom Forest Inventory and Analysis Program (FIA), einem neuen jährlich im ganzen Land vom US Forest Service und staatlichen Partnerforstbehörden durchgeführten Forstinventarsystem.

Die Aktualisierung des Berichts von 2003 für das Jahr 2010 wird auch durch einen Prozess von verschiedenen Interessenvertretern angetrieben, der das moderne Verständnis von Nachhaltigkeit widerspiegelt, welches mehr Informationen benötigt, als traditionell gesammelt und in Berichten verwendet wurde.

 
  • Schlüsselergebnisse des nationalen Berichtes über nachhaltige Wälder aus dem Jahr 2010

    • Der Umfang der Waldgebiete ist seit 2003 größtenteils stabil. Tatsächlich ist der Umfang des gesamten Waldgebietes seit 100 Jahren relativ stabil, während sich die US-Bevölkerung fast verdreifacht hat. Das Wachstum von Laubholzwäldern im Süden und nördlichen Innenland wurde größtenteils von einem Rückgang im Waldumfang in entwickelteren Küstenregionen ausgeglichen. Dies trifft besonders auf Nadelwälder zu.
    • Vom Standpunkt der Kapazität der Schnittholzproduktion aus,  ist die aktuelle Bewirtschaftung von amerikanischen Wäldern nachhaltig; Der Waldumfang ist stabil und der Schnittholzbestand in diesen Gebieten hat sich erhöht.
    • Geschätzte 106 Millionen Morgen Wald befinden sich in vollkommen geschützten Gebieten, dies entspricht 14% des gesamten Waldgebietes. Das Gebiet der geschützten Wälder auf öffentlichem Land hat sich seit 2003 wenig verändert. Alternativen zum Schutz von Wäldern gewinnen jedoch durch Landkartelle und naturerhaltende Maßnahmen an Beliebtheit und machten so im Jahr 2005 insgesamt über 10 Millionen Morgen aus.
    • In den USA gibt es eine Vielfalt an rechtlichen, institutionellen und wirtschaftlichen Denkweisen, die die nachhaltige Forstwirtschaft auf allen Regierungsebenen unterstützen. Öffentliches Recht regelt öffentliches Land, das ungefähr ein Drittel des nationalen Waldes beherbergt, und diktiert somit Management und öffentliche Beteiligung auf unterschiedliche Weise. Bundesgesetze und die des Staates bieten auch technische und finanzielle Hilfe, Forschung, Bildung und Planung für privates Waldland an. Sie geben jedoch keine spezifischen Handlungen oder Normen vor. Umweltgesetze schützen bedrohte Tierarten in den Wäldern auf öffentlichem oder privatem Land und sie fördern verschiedene Ebenen von Regelungen zu Forstpraktiken oder BMPs, um die Wasser- und Luftqualität oder andere öffentliche Güter je nach den Bedürfnissen des einzelnen Bundesstaates zu schützen.
    • Die institutionelle Förderleistung der USA zugunsten der nachhaltigen Waldbewirtschaftung ist zumindest stabil. Es gibt auch Beweise wachsender Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen und Interessenvertretern mit dem Ziel, das Verständnis für nachhaltige Waldbewirtschaftung zu erweitern und Handlungen zu beeinflussen.
    • Es zeichnen sich aber Bedrohungen für Wälder außerhalb des Forstsektors ab. Beispielsweise gibt es Anzeichen dafür, dass sich das von Fragmentation betroffene Waldgebiet beständig erhöht. Dies ist die Folge von Urbanisierung am Rand von wichtigen Bevölkerungszentren und auch in ländlichen Gegenden, in denen Wachstum in kleineren Zentren und ein Anstieg in der Anzahl von Zweitwohnsitzen verzeichnet wird.