Das Sage Musikzentrum in Gateshead, Großbritannien
Holzart: American ash
Architekt: Foster & Partners
Akustik Ingenieur: Arup Acoustics
Photos: Tessa Musgrave, Courtesy of Wood Awards 2005
The Sage, das neue Musikzentrum von Gateshead kostete £70 Mio. und wurde von Foster & Partners entworfen. Das Gebäude ist eine gleißende Konstruktion, die mit rostfreien Stahlblechen bedeckt ist. Die Spannweite beträgt 80 m und steht hoch über dem Fluss Tyne und schaut auf Newcastle herüber. Das Gebäude besteht aus sechs Betonbereichen – drei Konzertsälen und drei Maschinenräumen, die mit einem Dach aus rostfreiem Stahl und Glas abgedeckt wurden. Jeder der Bereiche ist separat von den anderen errichtet worden, um Geräusche durch die Konstruktionen hindurch zu verhindern. Um die notwendige Akustik zu erreichen, wurden justierbare Deckenpaneele und ein Vertäfelungssystem aus Holzwerkstoffen eingebaut. Der Stadtrat von Gateshead bestand darauf, dass nur zertifizierte Laubhölzer verwendet werden durften, daher war die Auswahl begrenzt, aber das Ergebnis ist spektakulär. American Ash wurde für den Hauptsaal und europäische Birke für den kleineren Saal und den Probenraum ausgewählt. Vorgefertigte Elemente der Deckenreflektoren wurden an Stahlrahmen befestigt, bevor sie mit Winden in den Deckenraum hinauf gezogen wurden. Jeder Reflektor besteht aus zahlreichen Sektionen, die mit zwei Lagen 6 mm Bootsbausperrholz aus Birke zusammen geklebt wurden, um den korrekten Radius der Wölbung für die optimale Ablenkung des Schalls zu erzielen. Das Sperrholz wurde mit American Ash Furnieren verklebt und die Kanten der Sektionen sind mit flexiblem Sperrholz abgedeckt um den engen Radius zu gewährleisten. Um etwas Masse in die dünne Konstruktion aus Gründen der Akustik einzubringen, wurde jede Sektion mit 75 mm dicken MDF Platten ausgekleidet.
Nach der Fertigung unter kontrollierten atmosphärischen Bedingungen war die Aufrechterhaltung des Feuchtigkeitsgehaltes und der Temperatur der hölzernen Elemente, nach dem Transport auf die Baustelle, besonders wichtig aber nicht einfach. Die Umgebungstemperatur und die Luftfeuchtigkeit musste täglich überprüft werden. Nach einer gewissen Bauphase wurden Behelfstüren in die Betonkonstruktion eingebaut und Heizelemente aufgestellt, um nicht-akzeptable Verformungen der Holzelemente zu verhindern. Auf den ersten Blick erscheint es so, als wenn die Bekleidung aus Ash im Hauptauditorium parallel zur Wandlinie verläuft. Allerdings fällt nach näherer Betrachtung auf, dass sie leicht gewellt verläuft. Die Bekleidung wurde direkt auf die Wand aus Betonblocksteinen, die aus wirtschaftlichen Gründen abgeflachte Oberflächen aufweist, befestigt. Um die komplexe Bogenlinie zu erreichen, forderten die Konstrukteure, dass jede Sektion der Wandbekleidung aus feuchteresistentem MDF verklebt mit Ash Furnieren und Abschussprofilen aus massiver Ash hergestellt wird. Für die schmalen Leisten aus Ash wurden zahlreiche Profile verwendet. Dabei hat jede Leiste ihre eigene individuelle Position auf den Sektionen der Bekleidung. Eine einzige Leiste, außerhalb der Reihenfolge, könnte den optischen Eindruck ruinieren und könnte die Qualität der Akustik beeinträchtigen. Wer war es, der ironisch behauptet hatte, „das Holz kein Hightech Material sei“? Im Sage Musikzentrum ist die Innenausstattung in jedem Fall Hightech, was auch von den Handwerkern bestätigt wird. Noch besser wäre es allerdings, die Musiker nach der akustischen Perfektion, die im Sage Musikzentrum erzielt wurde, zu befragen.
Text: Duncan King, AHEC
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